Frauenärztin Dr. Friederike Gaudig, Berlin, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Beratung von Mädchen, Teenagern, Frauen mittleren Alters, Männern, Kinderwunschbehendlung, Schwangerschaftsbegleitung, Pränatale Diagnostik, Mutterschaftsvorsorge, Wechseljahre, Amalgam Belastungstest
 

Infektionen in der Schwangerschaft

Chlamydien
Zytomegalie (CMV)
Toxoplasmose
Röteln und Streptokokkeninfektionen
Listeriose
Candida albicans & Trichomonaden
HIV-Infektion

Chlamydien

Die Chlamydieninfektion ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Erkrankung bleibt oft unbemerkt, weil häufig nur leichte Beschwerden auftreten. Unbehandelt kann eine Chlamydieninfektion zu gesundheitlichen Problemen führen wie z.B. Unfruchtbarkeit.
Die Chlamydien werden durch den Geschlechtsverkehr (vaginal oder anal) sowie durch oralen Sex übertragen. Schützen können Sie sich durch Kondome (Männer und Frauen), benutzen Sie bei oralem Sex ein Kondom, vermeiden Sie es, Sexspielzeuge (z.B. Vibratoren oder Dildos) gemeinsam zu benutzen.
Auf diese Art und Weise können Sie sich auch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen.

Welche Anzeichen für eine Infektion gibt es bei Frauen?

  • ungewöhnlicher Ausfluß aus der Scheide
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Zwischenblutungen
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen im Unterbauch

Welche Anzeichen für eine Infektion gibt es bei Männern?

  • weißer/weißlicher und wäßriger Ausfluß aus dem Penis
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • schmerzhafte Schwellung der Hoden
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Zytomegalie (CMV)

Die Zytomegalie-Infektion ist eine Virusinfektion aus der Familie der Herpesviren. Zytomegalie ist die häufigste Ursache von Infektionen in der Schwangerschaft. Die Ansteckung erfolgt über Sperma, Speichel, Genitalsekret, Blut oder Muttermilch als Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Im Gegensatz zu anderen Infektionen, führt die Erstinfektion mit dem Zytomegalievirus nicht zu einer Immunisierung, einer Wiederinfektion ist möglich. Eine Schwangere kann bei einer Infektion die Viren auf Ihr ungeborenes Kind übertragen; es ist aber auch die Übertragung nach der Schwangerschaft möglich.

Die Symptome bei der Infektion beim ungeborenen Kind (intrauterine Infektion) können sich u.a. in motorischen Störungen, Sprachstörungen, Seh- oder Hörschäden bis zu Hirnschädigungen ausprägen. Bei der Ansteckung nach der Geburt (perinatale Infektion), z.B. bei der Passage durch den Geburtskanal oder durch Muttermilch, oder in anderen Lebensphasen verläuft die Infektion meist klinisch ohne Symptome, allerdings können unklare grippeähnliche Symptome ein Hinweis auf eine CMV-Infektion sein.

Die Blutuntersuchung kann bereits zu Beginn einer Schwangerschaft durchgeführt werden.

Toxoplasmose

Der Erreger der Toxoplasmose kann während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden. Bei einer Infektion kann es zu Früh- oder Fehlgeburten kommen, oder das Kind kann mit einer schweren Behinderung geboren werden. Hauptwirt des Toxoplasmose Erregers sind Katzen; eine Übertragung kann durch infizierten Katzenkot aber auch durch den Verzehr von rohem Fleisch bzw. infizierter Muttermilch geschehen. Eine Impfung gegen Toxoplasmose gibt es nicht. Aufgrund der schwerwiegenden Schäden im Falle einer Infektion ist eine Abklärung des Immunstatus durch eine Blutentnahme vor und während der Schwangerschaft anzuraten. Sollten Sie keine ausreichende Immunität gegen Toxoplasmose besitzen, sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, über die ich Sie eingehend beraten werde.

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Röteln und Streptokokkeninfektionen

  • Ringelröteln (Parvovirus B19)

Als Kinderkrankheit sind Ringelröteln relativ harmlos. In der Schwangerschaft kann eine Parvovirusinfektion der Mutter jedoch ernste Komplikationen beim ungeborenen Kind hervorrufen.

Der Infektionsweg ist über die Atemwege als Tröpfcheninfektion, als Hand-zu-Mund-Kontakt oder als Übertragung durch Blut bewiesen. Das Virus wird über die Plazenta (Nachgeburt) auf das Ungeborene übertragen. Symptome beim Kind können Wassereinlagerungen (z.B. Hydrocephalus, Aszites) und Blutarmut (Anämie) sein.

  •  B-Streptokokken-Infektion

B-Streptokokken sind Bakterien, die vorwiegend im Darm und im Urogenitaltrakt vorkommen. Die Infektionen verlaufen meistens asymptomatisch, haben aber die Gefahr für das Kind bei der Geburtskanalpassage mit dem Erreger infiziert zu werden.

Ein Ausschluss-Abstrich wäre in der 35.bis 37.Schwangerschaftswoche sinnvoll, ist jedoch keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherungen.

  •  A-Streptokokken-Infektion

Dieser Nachweis beim Beginn einer Schwangerschaft muss immer behandelt  werden, unabhängig von klinischen Symptomen. Eine derartige Infektion verursacht häufig Fehlgeburten in der frühen Schwangerschaft. Die Behandlung kann mit Penicillin erfolgen.

Listeriose

Das Bakterium welches Listeriose auslöst, ruft beim gesunden Menschen grippeähnliche Symptome hervor, die uncharakteristisch sind. Auch bei Schwangeren treten diese Symptome auf, allerdings werden die Bakterien auf das Kind übertragen und können Entwicklungsstörungen hervorrufen, Früh- oder Fehlgeburten auslösen bzw. zu einer Hirnhautentzündung des Kindes führen. Eine Infektion findet über infizierte Milch, rohes Fleisch, aber durch Kontaktinfektion statt. Da es keine Impfung gegen Listeriose gibt, ist der Verzehr von Rohmilch zu vermeiden, ebenso deren Zubereitung oder intensiver Tierkontakt. Eine Abklärung bei Verdacht auf Listeriose kann eine Blutuntersuchung geben.

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Candida albicans & Trichomonaden

Eine häufige Infektion, die bei den meisten Frauen als Pilzinfektion bekannt ist. Sie wird meistens durch die Symptome weisslicher, krümliger Ausfluss und Juckreiz schon selbst diagnostiziert.
Zahlreiche Anti-Pilz-Mittel sind in der Apotheke freiverkäuflich und zur individuellen Behandlung zu geeignet. Vielfach aber braucht die Patientin den ärztlichen Rat und manchmal auch eine zusätzliche Behandlung.
Bestimmte Lebenssituationen begünstigen eine Pilzinfektion, z.B. Diabetes mellitus oder eine Schwangerschaft, da veränderte Stoffwechselvorgänge vorliegen. Auch bei oder nach einer Antibiotika-Behandlung wird eine Infektion im genitalen Bereich bemerkt.
Sollten Patientinnen häufiger eine solche Infektion der Scheide und Vulva haben, die für sie nicht erklärbar ist, ist eine Untersuchung bei Ihrem Frauenarzt/ ärztin notwendig.

Eine Trichomonadeninfektion der Scheide ist häufig mit einem unangenehmen Geruch des Ausflusses verbunden. Im Gegensatz zu einer Pilzinfektion Candida ist dieser Ausfluss eher als flüssig und mit fischartigem Geruch. Diese bakterielle Infektion kann beide Partner betreffen uns sollte immer fachärztlich behandelt und abgeklärt werden.

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